1.Gemeinsame Pressemitteilung der hungerstreikenden Fluechtlinge in Regensburg, Düsseldorf und Aub

Vierzehnter Aufruf der Asylbewerber des Gemeinschaftsunterkunftes Aubs
Heute ist bereits der 15. Tag, an dem wir außerhalb unserer Zimmer und in Zelten, die dem Sturm und Regen kaum standhalten und immer wieder darunter zerbrechen, unsere Tage und Nächte verbringen. Zwar reagieren mittlerweile die Stadtbewohner offener auf uns als zum Beginn unseres Protestes, dennoch haben wir bisher keine positive Reaktion seitens der verantwortlichen Behörden erlebt. Wie in unseren früheren Aufrufen betonen wir auch diesmal, dass unsere Hoffnung sich allein auf die mitkämpferische Solidarität der anderen Asylanten und der Bevölkerung gründet und nicht auf Mitleid und Mithilfe der Verantwortlichen; denn die Gesetzesgrundlage, die Handlungsweise der Behörden und ihr Streben, unsere Protestbewegung niederzuschlagen, zeigen offen ungerechte und diskriminierende Formen; wir sind überzeugt, dass die Verantwortlichen alles tun werden, um die vorherrschenden Verhältnisse zu schützen und zu stärken. Dennoch haben wir, um etwaigen Einwänden keine Vorwand zu geben, als Zeichen unseres Protestes vierzehn Tage in Form eines Sitzprotestes verbracht. Nun aber zu Beginn der dritten Woche werden wir um unsere genannten acht Forderungen zu erreichen, ein Schritt weitergehen:

Wir Asylanten des Gemeinschaftsunterkunftes in Aub, bestehend aus Afghanen, Iraker und Iraner schließen uns anderen protestierenden Asylanten in Rest Deutschlands an und werden ab Montag in feuchtem Hungerstreik treten.

Reale Sorgen:

Die Ansprechpartner unseres Aufrufes sind nicht die verantwortlichen Behörden und auch nicht diejenigen, die ohne einen Moment an die schwierigen Lebensverhältnisse der Asylanten zu denken oder gar sich in diese hineinzufühlen, unsere Protestbewegung verurteilen.

Unsere Ansprechpartner sind jene, die bereits in irgendeiner Form um die Verwirklichung der Gleichberechtigung der Asylanten kämpfen oder jene Asylanten, die sich in Furcht vor den bestehenden Gesetzen in Angst und Unsicherheit zurückgezogen haben.

In der jetzigen Situation hat unser Hungerstreik der Asylanten in Aub einzig die Botschaft der Verschlechterung der Situation der Asylbewerber und der Notwendigkeit des Handelns, um eine Änderung herbeizuführen. Dennoch möchten wir alle Asylanten und alle Aktivisten in diesem Bereich bitten, den Schwierigkeiten und den Engpässen standzuhalten und eine ernsthafte und solidarische Bewegung zu planen, um die Forderungen der Asylsuchenden zu verwirklichen.

Unsere Sorgen hören erst auf, wenn kein Asylant mehr den Alptraum hat, dass die Polizei nachts sein Zimmer erstürmt, um ihn nach seiner Heimat abzuschieben. Unsere Sorgen hören erst auf, wenn die Asylanten nicht mehr als die niedrigsten der gesellschaftlichen Hierarchie behandelt werden und nicht mehr jede Diskriminierung und Ungerechtigkeit wortlos entgegennehmen müssen und ihr Anteil an dem neuen Leben nicht nur darin besteht, das ganze Gewicht der Gesellschaft zu tragen. Unsere Sorgen hören erst auf, wenn…

Es muss akzeptiert werden, dass das besorgniserregendste Element der jetzigen Situation nicht in dem Hungerstreik der Asylanten besteht sondern in einer Fortführung der jetzigen Asylpolitik und ein Festhalten daran besteht. So müssen wir alles vereint handeln.

Wir hoffen, um die Schwierigkeiten der jetzigen Situation standzuhalten, auf das Fortführen der Proteste seitens unserer Mitkämpfer in den Städten Düsseldorf, Regensburg, Würzburg und Bamberg, und werden, in Hoffnung, dass sich Asylanten anderer Städte unserem Kampf anschließen, dem Hunger die Stirn bieten.

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