Solikundgebung in Prag/ Solidarity Happening in Prague

Internationale Solidarität: Protest vor der Deutschen Botschaft in Prag am 15.08.2012

Am 15.08.2012 folgten etwa 18 Personen einem Aufruf der Prager Iniciativa Ne Rasismu! um vor der deutschen Botschaft in Prag grenzenlose Solidarität mit den in Deutschland streikenden und kämpfenden Flüchtlingen zu demonstrieren. Zwei Tage vorher konnten sich Interessierte bei einem Vortrag über die deutsche Asylpolitik und die Flüchtlingsproteste in Deutschland einer Unterstützerin des Regensburger Protestcamps über die Hintergründe des Protests informieren.

“Mit der Kundgebung vor der Deutschen Botschaft in Prag wollen wir die Flüchtlinge in ihrem eigenständigen und mutigen Kampf unterstützen, in dem wir ihren Protest im Ausland bekannt machen. Einerseits hoffen wir durch diese Internationalisierung des Protests den Druck auf die deutsche Regierung zu erhöhen. Andererseits geht es uns auch darum, den Kampf der Flüchtlinge in Deutschland bei denjenigen bekannt zu machen, die sich in einer ähnlichen Situation befinden. Nicht zu Letzt deswegen, weil ihr Kampf gegen die repressive Asylpolitik nur dann wirklich erfolgreich sein kann, wenn er gesamteuropäische geführt wird, ” heißt es auf dem in tschechischer, englischer und deutscher Sprache verteilten Flugblättern.

In Redebeiträgen, die auf deutsch und tschechisch gehalten wurden, wurde zunächst über den Kampf der Flüchtlinge in Deutschland berichtet. Anschließend erinnerten zwei Kundgebungsteilnehmerinnen in einem Beitrag daran, dass viele Flüchtlinge statt ein Leben ohne Verfolgung und Not an den hochgerüsteten europäischen Außengrenzen den Tod finden.

Höhepunkt der Kundgebung war die erfolgreiche Übergabe eines offenen Briefs der in Regensburg streikenden Flüchtlinge an den deutschen Bundespräsidenten Joachim Gauck. Das Sicherheitspersonal der Botschaft nahm den Brief entgegen und versicherte ihn an die zuständige Person weiterzuleiten. In dem Brief verweisen die streikenden Flüchtlinge auf den Widerspruch zwischen deutscher Selbstdarstellung und der Realität: “Wir kamen in die Bundesrepublik Deutschland, um unsere Menschenwürde wieder zu erlangen und um gleichberechtigt und sicher leben zu können. Doch fanden wir nicht die Freiheit vor, die uns entgegen schallte.”

Abschließend wandten sich Unterstützer*innen des Protestcamps in Regensburg mit einer Grußbotschaft in solidarischen Worten an die Kundgebungsteilnehmer*innen:

“Wir wissen, dass das globale Recht auf Migration in Anbetracht der bestehenden Verhältnisse eine utopische Forderung ist. Aber wir lassen uns in unserem Kampf für eine bessere Gesellschaft nicht auf eine Sachzwanglogik ein. Denn die Utopie muss die Richtung unseres Kampfes bilden und je mehr wir sind, desto realistischer wird das scheinbar Unmögliche. Wir freuen uns deshalb sehr, dass ihr heute in Solidarität mit den streikenden Flüchtlingen in Deutschland, die für eben diese Utopie kämpfen, demonstriert.”

Für die meisten Flüchtlinge ist es reiner Zufall, dass sie in Deutschland landen. Aber auch in anderen europäischen Ländern, würde es ihnen kaum besser gehen. Mit dieser Kundgebung hat der Flüchtlingsprotest erste innereuropäische Grenzen überschritten. Es bleibt nun zu hoffen, dass der Funken des Protests auch auf andere Länder überspringt.

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