30. April | Aktionstag | Bleiberecht für Alle

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Bericht bei linksunten.indymedia: Klick mich

Pressemitteilung zum Aktionstag: Klick mich

Redebeiträge: 1, 2

Flyer für Passant_innen: Flyer 30.04

: demo
Demonstration: “Bleiberecht für Alle!”

Mz-Aktionstag

Der Aktionstag hat mit ca. 70 Unterstützenden im Verwaltungsgericht gut begonnen. Nachdem die Richterin, die Aktivitäten des Aktivisten im Rahmen der Flüchtlingsproteste erläuterte, war die Verhandlung nach ca. 30 Minuten beendet. Das Urteil wird zugestellt. Es sieht sehr positiv aus (Ein ausführliches Statement folgt.) Heute Abend um 18 Uhr Demonstration ab Hauptbahnhof “Bleiberecht für Alle!”. Danach Soliparty im L.E.D.E.R.E.R. mit Augustine Aufruhr [Volkstodliedermaching] und DJ BRNR [Vinyl Dj: Balkan]

Pressemitteilung des Verwaltungsgerichts Regensburg:Organisator des Protestcamps iranischer Flüchtlinge in Regensburg bekommt Flüchtlingsstatus zugesprochen

Artikel auf regensburg-digital.de: Klick mich

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Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht

Karte und Infos für den 30. April: Karte 30.04.

Mobivideo:

Artikel bei Indymedia: Klick mich
Pressemitteilung: Klick mich

Solidarischer Besuch
Der Prüfung eines Asylantrags vor dem Verwaltungsgericht
9:30 Uhr | Zimmer Nr. 113 | Haidplatz 1
Demonstration
18:00 Uhr | Hauptbahnhof
Soliparty
für Prozesskosten
20:00 Uhr | L.E.D.E.R.E.R: e.V. | Lederergasse 25

DemoHoumerPoster2

Aufruf (Anhören: Klick mich)

Der Mensch, der gezwungen war, vor Zerschlagung, Unterdrückung, Krieg und Hinrichtung in ein anderes Land zu fliehen, ist, in Deutschland angelangt, allen als „Flüchtling“ bekannt.

Der große Widerspruch, der heute seine Gedanken beschäftigt, ist seine Erinnerung an Freund_innen, die mit von Siemens hergestellten Mitteln verhaftet wurden und nie wieder zurückkehrten. Es sind Erinnerungen an Menschen, die mit in Deutschland hergestellten Pfeffersprays, Schlagstöcken und Polizeiautos auf den Straßen niedergeschlagen wurden, Menschen, die in Kriegen durch deutsche Panzer und Helikopter umgebracht wurden.

Diese Erinnerungen sind deshalb so bitter, weil er einer von ihnen hätte sein können – aber er ist jetzt hier.

Diese Erinnerungen gehen durch die Gedanken eines Menschen, der tausende Kilometer durch die geografischen Grenzen hindurch hinter sich gelassen hat. Beschwerliche Wege durch Berge und Meere, die jedes Jahr tausenden Menschen das Leben kosten, wenn sie Grenzwachen und Frontex in die Hände laufen. Grenzen und Wege, die von den Hiesigen gebaut wurden um einzig und allein Öl, Diamanten und Datteln von „dort“ nach „hier“ zu bringen, nicht aber die Menschen von „dort“.

Auch er hätte einer von diesen tausenden Menschen sein können, die ertrinken, in Täler abstürzen, von einer Kugel getroffen werden oder auf dem Weg verhungern – aber er ist jetzt hier.

Er stammt nicht aus den Diamantenminen Afrikas, er stammt nicht aus den Ölbrunnen Irans, er wurde nicht von den Dattelpalmen des Nahen Osten gepflückt, er ist ein Mensch, ein Vertreter aus den Reihen der unterdrückten Menschen, die auf der Suche nach dem Leben gegen die unterdrückende Ordnung kämpften. Von Ihnen aber ist nur eine kleine Anzahl noch am Leben.

Der Name „Flüchtling“ ist ein Widerspruch, denn die Unterdrückten bitten um Zuflucht bei den Unterdrückenden. Er steht in dieser Geografie hinter den verschlossenen Türen der Gesellschaft jenes repressiven Systems, damit auch hier der Abstand zwischen ihm und dem Citizen, dem Status als Bürger, bestehen bleibt, wo er doch erst als Citizen die freie Wahl im Leben hätte.

Sie fragen ihn nach dem Grund seines Kommens, obwohl weltweit im Fernsehen die deutschen Panzer, Helikopter, Pfeffersprays und PolizeiBENZautos zu sehen sind.

Und nach einer Antwort auf diese Frage bezichtigen sie ihn der Lüge. So einfach ignorieren sie die Realität seiner Welt und zwingen ihn, den Rest seines Lebens als Non-Citizen hinter verschlossenen Türen zu fristen. Vielleicht lassen sie ihm jedoch irgendwann den Durchtritt durch die Tür des Citizen-Werdens, wie bei einer Lotterie, nachdem sie in ihm die Lust am Leben zerstört haben. Oder sie führen ihn nach der erteilten Ablehnung vor Gericht, damit darüber abgestimmt werden kann, ob er es wert ist zu leben? Ein Gericht, dessen größte Pflicht darin besteht, die vorherrschende Ordnung des Systems zu bewahren.

In diesem Gericht wurde er fälschlicherweise auf dem Stuhl des Angeklagten platziert.

Dieses Mal wird am 30.04.2013 ein weiterer „Flüchtling“ fälschlicherweise auf jenem Platz sitzen und nach Jahren des Kampfes für das Leben auf einem Stuhl verurteilt werden, der so viel wert ist wie 15 Kugeln, die an den iranischen Staat verkauft wurden.

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